Ambulante videogestützte Parkinsontherapie

In Verbindung mit der neurologischen Klinik München, der Deutschen Parkinsonvereinigung und dem Verein zur Förderung der ambulanten videogestützten Therapie (AVT – Förderverein e. V.) besteht im Rahmen der integrierten Versorgung jetzt die Möglichkeit der videounterstützten Parkinsontherapie. 
 

Allgemeines:

In der ambulanten Behandlung von Parkinsonpatienten ist die Vorstellung in der Praxis nur eine Momentaufnahme eines sehr komplexen und häufig wechselhaften Zustandsbildes, weswegen Parkinsonpatienten in der Regel mindestens 3 mal täglich, teilweise bis zu 10 x täglich Parkinsonmedikamente einnehmen müssen und es, abhängig vom Verlauf der Erkrankung und der Einnahme dieser Medikation, zu stark schwankenden Ausprägungen der Erkrankung kommt, auch im Tagesverlauf und der Nacht.

Selbst für Parkinsonspezialisten ist es deshalb oft schwierig, diese Schwankungen im Tagesverlauf zu erfragen und einzuschätzen. Aus diesem Grund mussten Patienten teilweise in Kliniken eingewiesen werden, um diese entsprechende Fremdbeobachtung durchzuführen, wobei hier gemäß dem Klinikalltag jeweils bei der Visite, auch den Abend-/Nachtstunden oder dem Wochenende der Patient von verschiedenen Ärzten begutachtet werden musste.

Um nun eine dauerhafte Beurteilung durch einen Facharzt zu erreichen, wurde im Rahmen der integrierten Versorgung die videounterstützte Parkinsontherapie durchgeführt.

Diese neuartige Informationstechnologie lässt Krankenhausaufenthalte zunehmend vermeiden.

Die ambulante videounterstützte Parkinsontherapie ist in Deutschland eine einzigartige Behandlungsmethode, die es jetzt möglich macht, dem Patienten einen Krankenhausaufenthalt zu ersparen und unter den häuslichen Verhältnissen eine gezielte Beobachtung und Neueinstellung beim Patienten zu erreichen.

Somit können Zustandsschwankungen während des Tages, auch im Wechsel zwischen Tag- und Nachtstunden genau beobachtet werden und die Therapie mit Hilfe des Patienten gezielt eingestellt werden.
 
Funktionsweise:

Für die Dauer der Therapiephase bis zu 30 Tagen erhält der Patient zu Hause eine Beobachtungseinheit mit einer Kamera und einem Drucker. Zu verabredeten Zeiten oder nach Bedarf setzt sich der Patient vor die Kamera und löst eine Videoaufnahme aus (kann nur der Patient selbst und nicht der Arzt), um seine aktuelle Befindlichkeit für seinen Facharzt zu dokumentieren. Eine Aufnahme dauert zwei Minuten.

Nachts werden diese aufgenommenen Videodateien über die Telefonleitung an den Arzt übermittelt. Für den Patienten entstehen hierbei keine Telefonkosten. Am folgenden Tag befundet der Arzt die Aufnahmen, der Arzt kann diese Videoaufnahmen mit der zugehörigen Medikation vergleichen und anpassen.  

Änderungen der Therapie können mit dem Patienten telefonisch besprochen werden. Alternativ wird über die Telefonleitung, oder durch den an die Beobachtungseinheit angeschlossenen Drucker,  ein neuer Medikamentenplan, auch eine schriftliche Information für den Patienten oder eine mündliche Information (Voice-Mail) an den  Patienten übermittelt.

Die diesbezügliche Therapie ist für den Patienten kostenfrei und bis auf die einmalige Aufstellung der Beobachtungseinheit und das Abholen der Beobachtungseinheit am Ende der Therapie sind diesbezügliche weitere Konsultationen zu Hause nicht nötig.

Der Patient selbst kann die entsprechenden Videobotschaften von der Uhrzeit und dem Tagesablauf selbst steuern, je nach seiner Befindlichkeit und seinem Tagesprogramm.  

Erfreulich ist, dass im Rahmen der videounterstützten ambulanten Parkinsontherapie alle Krankenkassen die Kosten übernehmen, von der allgemeinen Ortskrankenkasse über die Betriebskrankenkassen, die Ersatzkassen bis hin zu den privaten Krankenkassen, so dass diese Therapie allen Patienten zugänglich gemacht werden kann.

 Bezüglich der Kooperationszentren und der Therapie darf ich interessierte Patienten bitten, sich weitere Informationen über die mit meiner Praxis verlinkte Internetseite

www.mvb-parkinson.de  noch ergänzend zu holen.