Serotoninmangel

Im Bereich der Forschung der Gehirnfunktion weiß man seit längerem, dass wichtige Überträgerstoffe im Gehirn (Neurotransmitter) für das Funktionieren und speziell die Kontaktaufnahme einzelner Nervenzellen verantwortlich sind. Dies sind u. a. Stoffe wie Acetylcholin, Noradrenalin und speziell Serotonin.  
 

Diagnostik: Durch verbesserte Untersuchungstechniken wie Bildgebung, elektrophysiologische Untersuchungen wie auch das EEG, evozierte Potentiale und zuletzt auch laborchemisch, gelingt es, diese Veränderungen nachzuweisen, wobei zumindest im Blut auch eine Serotoninblutspiegelbestimmung (jedoch noch nicht direkt im Gehirn) möglich ist.
 
Symptome:

Nachfolgend sind allgemein einige Störungen beschrieben, die bei Serotoninmangel auftreten können, jedoch selbstverständlich nicht alle in diesem Ausmaß auftreten müssen.  

U. a. kommt es bei Serotoninmangel zu Abgeschlagenheit, Müdigkeit, allgemeiner Leistungsabnahme, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsstörungen, geringere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, speziell bei Dauerbelastung, ggf. häufigeres Weinen, Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen, verstärkte Schmerzempfindung, Neigung zu Muskel-/Gelenkschmerzen sowie vegetativen Organbeschwerden.
 

Therapiemöglichkeit:

Bei Hinweisen oder auch eindeutig nachgewiesenem Serotoninmangelsyndrom gibt es durch Tabletten oder auch Infusionen die Möglichkeit, Serotonin im Gehirn zu erhöhen, in dem Sinne, dass die serotoninabbauenden Enzyme im Gehirn verlangsamt werden, so dass das vom Körper selbst produzierte Serotonin ansteigt.  

Somit handelt es sich um einen relativ natürlichen Prozess, da diese Medikamente nur den Abbau verlangsamen und sonst keine direkte Wirkung am Gehirn haben, beispielsweise keinerlei Abhängigkeit oder Gewöhnung erzeugen.

Begleitend sind auch keine toxischen (giftigen) Wirkungen zu erwarten, da der Körper selbst den Stoff herstellen muss und das Medikament lediglich dieses unterstützt.

Unter der Therapie kommt es zwar zu einer länger anhaltenden Wirkung, diese entsteht jedoch nur langsam, so dass immer auch mit einem länger dauernden Therapie- und Heilungsprozess gerechnet werden kann.

Durch die oben beschriebenen technischen und laborchemischen Methoden ist jedoch auch eine Überprüfung des Therapieerfolges gegeben.