Sexual- und Potenzstörungen 

Sexual- und Potenzstörungen haben, vereinfacht dargelegt, drei große Ursachenkomplexe.
 

Direkte Funktionsstörung: Der erste Ursachenkomplex betrifft die direkte Funktionsstörung im Genitalbereich, z. B. durch eine gynäkologische und urologische Erkrankung und fällt dann in das Gebiet dieser Fachärzte, z. B. bei entsprechenden Tumorerkrankungen oder Operationen.
 
Körperliche Funktionsstörungen: Die zweite große Gruppe betrifft die körperlichen Funktionsstörungen, z. B. bei Bandscheibenschäden, Entzündungen wie eine Neuroborreliose oder Multiple Sklerose, Schlaganfälle etc., zusammengefasst Erkrankungen, bei denen eine Funktionsstörung in der zentralen Weiterleitung von den Beckennerven über das Rückenmark bis zum Kopf vorliegt.
 
Psychische Funktionsstörungen:

Die dritte große Symptomgruppe betrifft die psychischen Funktionsstörungen, bei denen es ebenfalls bei gesunden Genitalorganen und auch gesunder Nervenleitung bis zum Gehirn, isoliert durch die psychische Funktionsstörung zu entsprechenden Störungen kommt, beispielsweise den Libidoverlust (Lustlosigkeit) sowie Potenz- und Orgasmusstörungen in Belastungssituationen wie Trauerreaktion, starken Schlafstörungen, Depression etc.

Da sich diese Funktionsstörungen selbstverständlich entsprechend überlagern können, ist für die erfolgreiche Behandlung dieser Funktionsstörungen eine exakte Diagnose zwingend erforderlich.
 
Diagnostik:

In der Praxis wird deshalb neben einer gezielten Anamnese/Sexualanamnese dann je nach vermuteter Ursache eine elektrophysiologisch -technische Diagnostik mit Nervenmessung und Ultraschall/Durchblutungsuntersuchungen vom Genitalbereich bis zum Kopf durchgeführt und es werden auch entsprechende psychische mit verursachende/verstärkende Faktoren diagnostiziert und mit einbezogen.  

Entscheidend ist auch eine entsprechende Labordiagnostik, einerseits von Mineralstoffen, Nerven unterstützenden Vitaminen sowie auch entsprechenden Hormone und Neurotransmittern wie Prolaktin, Serotonin, Testosteron, Androstention, DHEA, FSH, LH, Östrogen und Progresteron, um nur einige zu nennen.  

Durch diese Gesamtdiagnostik gelingt es, ein entsprechendes Bild der Funktionsstörung zu erreichen, wobei dann entweder eine rein neurologische oder eine interdisziplinäre Therapie in Verbindung mit Gynäkologen, Urologen und/oder dem verhaltenstherapeutisch orientierten Psychologen oder dem Paartherapeuten nötig ist.