Ultraschalluntersuchung – Doppler-Sonographie

Die Doppler-Sonographie ist eine spezielle Ultraschalluntersuchung, mit der die Geschwindigkeit des Blutes in den Gefäßen (Arterien und Venen) gemessen wird.

Hierfür gibt es grundsätzlich vier verschiedene Verfahren in der Neurologie, wie die CW-Doppler-Sonographie, die transkranielle Doppler-Sonographie (TCD), die extrakranielle farbcodierte Duplex-B-Scan-Sonographie und die intrakranielle farbcodierte Duplex-B-Scan-Sonographie.

 

Allgemeines:

Bei all diesen Verfahren benötigt der Arzt für die Untersuchung einen Ultraschallkopf. In diesem Schallkopf ist ein sog. piezo-elektrischer Kristall, der durch Anwendung verschiedener Hochfrequenzen kontinuierliche Ultraschallwellen aussendet. Treffen diese Schallwellenbündel auf eine sich bewegende Fläche wie die festen Bestandteile im Blut in den Arterien oder Venen, werden diese Wellen mit veränderter Frequenz reflektiert. Dies ist der sog. Doppler-Effekt, der in vielen Bereichen auch außerhalb der Medizin Anwendung findet.

 

CW-Sonographie: Durch diesen Doppler-Effekt erhält der Arzt Informationen über Richtung und Geschwindigkeit des Blutflusses. Dieses Verfahren kann als sog. CW-Sonographie an den Halsschlagadern und den Nacken-/Armschlagadern sowie auch den Becken-/Beinarterien eingesetzt werden und durch dieses Verfahren gelingt es, die Lage der Gefäße und die exakte Strömungsgeschwindigkeit zu bestimmen.

 

Transkraniellen
Doppler-Sonographie:

Bei der transkraniellen Doppler-Sonographie wird ein etwas geändertes Verfahren mit einer sog. gepulsten Sonde/Ultraschallfrequenz eingesetzt, die damit in der Tiefe steuerbar ist und bei der man somit sehr gezielt einzelne Gefäße anfahren kann. Durch die Aufsetzung dieses Ultraschallkopfes auf der Schläfe, im Bedarfsfall am Auge sowie am Hinterkopf-/Nackenbereich können die sog. Gefäße der Schädelbasis, also die direkt das Gehirn versorgenden Gefäße in ihren Hauptstämmen und den Aufteilungen gemessen werden und man erhält wertvolle Hinweise über die Blutströmung direkt im Gehirn.

 

Extrakraniellen
farbcodierten
Duplex-B-Scan-
Sonographie:
Bei der extrakraniellen farbcodierten Duplex-B-Scan-Sonographie handelt es sich um eine Kombination aus der sog. B-Bild-Methode, dem Doppler-Verfahren und der Farbcodierung.
Das B-Bild ist ein zweidimensionales Ultraschallbild, bei dem mittels eines speziellen Schallkopfes ein Schwarz-Weiß-Abbild der Strukturen, beispielsweise am Hals von Arterien, Venen, Schilddrüse, Muskulatur, Bindegewebe etc. erzeugt wird. Durch das zusätzliche Doppler-Verfahren (siehe dort) mit der zusätzlichen Information über Geschwindigkeit und Richtung der Strömung und eine zusätzliche Farbcodierung wird die Richtung des Blutes auch mit Hilfe verschiedener Farben sichtbar gemacht.
Somit gelingt eine schnelle anatomische Orientierung und man kann den Gefäßverlauf sehr genau verfolgen und kann sowohl die Strömungsrichtung des Blutes als speziell Gefäßeinengungen nachweisen und somit Verengungen (Stenosen) der hirnversorgenden Gefäße sowohl an den vorderen Schlagadern als auch den Halswirbelsäulenschlagadern, auch den Gefäßen im Schulter-Arm-Bereich und dem Becken-/Beinbereich feststellen.

Zusätzlich können Informationen über die Gefäßinnenwanddicke und somit das „Verkalkungsrisiko“ (Arteriosklerose) gewonnen werden, zusätzlich können Verkalkungen genau vermessen und beobachtet werden und man kann den Aufbau von Verkalkungen beurteilen und feststellen, ob diese eher durch Rauchen, hohem Blutdruck (Hypertonus) oder Stoffwechselstörungen wie Zuckerkrankheit (Diabetes) oder Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipoproteinämie) oder auch eine Kombination dieser Störungen entstanden sind. Zusätzlich ergeben sich wichtige Hinweise auch bezüglich Gefäßentzündungen, Verletzungen an den Gefäßen wie Gefäßeinrisse (Dissektionen).
Diese Untersuchung dient auch als Erfolgskontrolle bzw. Verlaufsbeobachtung vor und nach gefäßchirurgischen Eingriffen wie Operationen an der Schlagader (Stenose der Arteria carotis mit TEA) oder auch Eingriffen an anderen Gefäßen.
Die Doppler-Sonographie wird beispielsweise auch in der Gynäkologie bei der Schwangerenkontrolle (dann jedoch mit anderen Schallköpfen) eingesetzt. Dies bedeutet, dass die Doppler-Sonographie völlig risikolos, schmerzfrei und beliebig oft wiederholbar ist.

 

Intrakranielle
farbcodierte
Duplex-B-Scan-
Sonographie:

Intrakranielle farbcodierte Duplex-B-Scan-Sonographie:

Mit einem speziellen phased-aray-Schallkopf ist es heutzutage möglich, eine direkte Ultraschallbeschallung des Gehirns durchzuführen, so wie es beispielsweise in der Schwangerenvorsorge bekannt ist.

Anders als bei der Schwangerenuntersuchung, wobei „lediglich“ die Bauchdecke mit Ultraschall durchströmt werden muss, um ein entsprechendes Bild zu erhalten, muss jedoch am Kopf der Schädelknochen mit Ultraschall durchdrungen werden, um ein Gehirnbild zu erlangen, was entsprechende High-Tech-Geräte können, die jedoch technisch sehr aufwendig und kostspielig von der Anschaffung sind.

Hierbei handelt es sich um ein völlig risikoloses, schmerzfreies und beliebig oft zu wiederholendes Verfahren.

Durch die intrakranielle Farb-Duplex-B-Scan-Sonographie gelingt es einerseits, das Hirngewebe (Hirnparenchym) darzustellen und somit Aussagen über Tumore, Blutungen, Stoffwechselstörung zu erhalten und zusätzlich auch die sog. Nervenwasserräume, in denen die Ernährungsflüssigkeit (Liquor – siehe fort) fließt, zu sehen bzw. auch Hinweise über die Strömung bzw. den dortigen Druck zu erlangen zB. bei dem sog. Wasserkopf (Hydrocephalus).

Zusätzlich gelingt es mit der heutigen modernen Technik und auch Verfahren wie dem sog. Power-Mode die Gefäße, die an der Schädelbasis sowie innen im Gehirn laufen, sowohl die Arterien als auch die Venen darzustellen und eine Strömungsmessung in den einzelnen Gefäßbereichen durchzuführen und somit Hinweise für den Verlauf der Gefäße, die Strömungsgeschwindigkeit, Entzündungen, Verschlüsse oder Engstellen (Stenosen) zu erhalten.